Schulsozialarbeit: Die Häufung von Konflikten im Alltag – das ist jetzt leider möglich

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern,

wir verbringen die meiste Zeit momentan zu Hause. Viele leben auf beengten Raum. Das ist stressig und nicht immer einfach. Konflikte sind vorprogrammiert. Damit eine strittige Situation besser eingeordnet werden kann, kann es sinnvoll sein, vor einer impulsiven Reaktion, kurz zu überlegen was gerade warum passiert ist. Folgendes Modell kann dabei hilfreich sein. Bei jeder Information sollte geschaut werden, auf welcher Ebene der Sender und Empfänger spricht.

Das Vier-Ohren-Modell von Schulz von Thun

Der Sorgeberechtigte sagt: Das Zimmer sieht unordentlich aus. Bitte räume es auf!

  1. Ohr – Sachebene = Rein sachlich ist das Zimmer unordentlich und soll aufgeräumt werden. Eine klare Feststellung des Sorgeberechtigten.
  2. Ohr – Selbstoffenbarung = Der Sorgeberechtigte findet es schrecklich, wenn ein Jugendzimmer so aussieht.
  3.  Ohr – Beziehung = Der Sorgeberechtigte kann z.B. häufig Anweisungen geben, weil er der „Erwachsene“ oder auch „Überlegene“ ist. Er kann es halt!
  4.  Ohr – Appell = Das Zimmer muss aufgeräumt werden, weil es unordentlich ist.

Beispiel: Wenn der Sender auf der Sachebene spricht und der Empfänger auch auf der Sachebene hört, dann ist das ganze ohne Wertung zu verstehen und müsste, zumindest bei gleichen Vorstellungen von Ordnung, kein Problem darstellen. Verhandelbar wäre vielleicht noch der Zeitpunkt, bis wann aufgeräumt werden soll.

Beispiel: Sollte der Sender aber z.B. auf der Appellebene sprechen und der Empfänger auf der Beziehungsebene hören, dann ist ein Streit fast unausweichlich. Der Empfänger will, dass aufgeräumt wird. Der Jugendliche fühlt sich genervt, weil er öfters Ansagen bekommt und keine Lust hat diese auszuführen.

Sobald unterschiedliche Ebenen vorliegen, kommt es zu Missverständnissen und damit kann eine Situation schnell eskalieren. Gepaart mit dem allgemeinen Stress ist das alles hochexplosiv. Es ist eine schwierige Situation.

Ziel sollte es sein, zu klären, warum welche Ebene vorliegt und wie beide Seiten auf eine gemeinsame Ebene kommen können. Es muss geklärt werden was fehlt, um etwas anzunehmen oder um etwas anders beurteilen zu können. Dieses betrifft sowohl den Sender wie auch den Empfänger!

Viele herzliche Grüße, bleiben Sie/ bleibt gesund!

Annika Zimmer und Bernd Reinke

Schulsozialarbeit

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