Schulsozialarbeit: Motivation – wie komme ich dazu?

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern,

ohne Corona würden wir uns so allmählich auf die Sommerferien freuen. Die Arbeiten wären geschrieben und der Alltag würde für viele Schüler und Schülerinnen 6 Wochen endlich anders verlaufen. Nicht früh aufstehen müssen, kein nerviger Schulweg mehr, keine anstrengenden Unterrichtsstunden und vor allem kein Stress von Eltern, Lehrern oder durch einen selbst. Halt 6 Wochen Ferien… 

Nur ist es wirklich so? Wird das Lernen eingestellt? Sind alle Abläufe verschwunden? Oder steht der eine oder andere vielleicht doch mal früh auf, weil er zum Angeln geht, einen Ausflug plant, mit Freunden eine besondere Radtour erleben möchte, oder, oder, oder. Wird der Schulweg dadurch zu einem, dann nur anderen, Weg. Wird das Lernen nur auf andere Gebiete verteilt und eben nicht vorgegeben. Haben Eltern nicht doch weiterhin Fragen und benennen Regeln?

Woher kommt die Motivation, etwas zu machen?

Die Antwort ist relativ simpel und jeder kennt sie auch.

             Der Anreiz und somit der „Lernstoff“ muss wichtig und relevant erscheinen!

Eine Motivation von außen ist hierbei wichtig und ist wünschenswert. Das kann ein wichtiger Anstoß sein. Nur noch wichtiger ist, dass ein selbst gestecktes Ziel aus eigenem Antrieb erreicht werden kann. Sobald ich merke, dass ich das zu Lernende einsetzen kann, sobald ich ein eigenes Interesse an der Sache habe, sobald ich Freude entwickele…dann kann ich nahezu alles schaffen.

Das weiß der/die Fußballer/in, der/die Angler/in, der/die Youtuber/in, der/die Reiter/in, der/die Schwimmer/in, der/die Fahrradfahrer/in, der/die Hobby Koch/Köchin usw.

Es ist sicherlich unwahrscheinlich, dass jeder Jugendliche diese Gefühle für Schule empfinden kann. Dennoch wurde durch die jetzige Zeit deutlich erkennbar, dass Schule viel mehr in einem Schülerleben ist, als nur ein Lernort. Ich treffe Freunde und erfahre Neues. Ich habe einen geregelten Ablauf, der mir einfach Sicherheit gibt.

Der Wunsch der Schulsozialarbeit an euch ist daher relativ einfach und ebenso simpel, wie die oben genannte Antwort.

Wartet nicht, bis sich etwas ändert oder, was noch problematischer bei vielen Jugendlichen ist, bleibt nicht in eurer virtuellen Welt. Sondern werdet, wenn auch weiterhin eingeschränkt und mit einigen Auflagen, möglichst aktiv: Geht wieder oder zum ersten Mal in einen Verein und macht gemeinsam Sport – natürlich mit Abstandsregeln. Gemeinsam musizieren, Theater spielen oder am Wochenende mit dem Kanu einen Fluss entlang paddeln. So lernt man nicht nur die Welt kennen, sondern vor allem auch sich selbst.

Bei vielen Erlebnissen kommt das Wissen automatisch. Denn wer viele Erfahrungen macht, der hat auch viele Fragen, ist also motiviert, und möchte lernen und er wird bemerken, wozu er es benötigt.

In der jetzigen Zeit sollten wir alle erst recht schauen, was wir mit den eingeschränkten Vorgaben doch noch machen können. Es liegt an uns, einen Weg zu finden. Wer sich umschaut, der wird fündig werden. Dabei muss es gar nicht über andere geregelt werden oder die ganz große Welt/Reise sein. Der Wald am Ortsrand oder ein Bauwerk in der Nähe können schon interessant sein und Fragen entstehen lassen. Selbst das Ändern der Sprache (alles Englisch benennen, was man weiß) kann Neugierde wecken…und Mathematik findet jeder; ob in der Küche, beim Auswiegen oder bei der Mengenberechnung oder beim Streichen des Gartenhäuschens…Das Lernen einbinden im Alltagsgeschehen und möglichst erklären, das wäre toll und würde Fragen und damit Motivation entstehen lassen.

Viele herzliche Grüße, bleiben Sie/ bleibt gesund!

Annika Zimmer und Bernd Reinke

Schulsozialarbeit

Dieser Beitrag wurde unter Schulsozialarbeit veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.