Schulsozialarbeit: Fake-News: In unsicheren Zeiten steigt die Anzahl

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern,

wir erleben in der jetzigen Phase der Corona-Pandemie, wie starke Beschränkungen allmählich wieder gelockert werden, wie alltägliche Dinge aus der Vor-Corona-Zeit langsam zurückkehren und wie es durch die Lockerungen sofort zu neuen Problemen kommt. Einige Bürger halten es für verfrüht und/oder zu viel, andere für viel zu spät und/oder viel zu schwach und wieder andere sind nun total verwirrt. Bei so viel Unsicherheit steigt die Gefahr, dass Falschmeldungen gestreut und als diese nicht mehr erkannt, sondern oft ungefiltert weitergetragen und für wahr angesehen werden.

Fake-News: Faktencheck

In meinem privaten Umfeld, wenn ich mich z.B. mit jemanden unterhalte, gibt es eine Geschichte, die mir auf ganz einfache Weise aufzeigt, welche Entscheidungshilfe ich grundsätzlich nutzen kann, die mir aufzeigt, ob die Nachricht der Wahrheit entspricht. Bekannt ist diese Geschichte unter dem Namen:

„Die drei Siebe“

Eine Person möchte mir etwas über einen Freund erzählen. Doch bevor er es machen kann, soll das, was er erzählen möchte, durch die drei Siebe laufen.

  • Erstes Sieb: Das Sieb der Wahrheit. Also nur gehört oder miterlebt?
  • Zweites Sieb: Das Sieb des Guten. Ist es etwas Schönes, was gesagt werden sollte?
  • Drittes Sieb: Das Sieb der Notwendigkeit. Ist diese Information für mich wichtig? Benötige ich dieses Wissen?

Sollte es vielleicht nicht wahr sein, es ist nichts Gutes und es ist zudem nicht unbedingt notwendig für mich – dann sollte die Sache auch nicht erzählt werden.

Dieses Vorgehen ist natürlich sehr vereinfacht. Aber wäre es nicht klug, wenn bei schwierigen Informationen eine Hinterfragung der Fakten erfolgt?

Leider bekommen wir ungefragt diverse Informationen und können uns davor kaum schützen. Vermehrt geschieht dies über soziale Netzwerke und Messenger Dienste. Was kann ich in diesen Fällen machen?

Es gibt 4 Leitfragen, die ich beantworten muss.

  • Woher kommt die Nachricht?

Welche Quelle ist Ursprung der Nachricht?

Der Freund eines Freundes und dessen Schwester und davon eine Freundin(?!) oder kommt die Information von einem Wissenschaftler, der Fachmann auf diesem Gebiet ist oder kommt der Link von seriösen Anbietern, wie den öffentlich-rechtlichen Medien. Handelt es sich gar um eine Information mit Kettenbrief-Charakter (WhatsApp). Sinnvoll ist bei Twitter, Facebook und Co zu schauen, was dort im Profil steht und welche Informationen dort noch zu finden sind. Gleiches gilt für You-Tube-Kanäle.

  • Was ist der Kern der Botschaft?

Wer berichtet von wo, wann ist etwas angeblich passiert und was genau war das? Problematisch sind Nachrichten, wenn eine lockere Ansprache emotional unterlegt wird und sprachliche Unschärfen vorhanden sind (irgendwie, ein bisschen, so ungefähr). Eine Überprüfung ist somit kaum möglich. Zweifel sind in diesen Fällen sicherlich angebracht.

  • Finden Sie die Information bei einer zweiten vertrauenswürdigen Quelle?

Hierzu empfehlen wir über eine Suchmaschine die prägnante Aussage des Textes einzugeben bzw. diese zu kopieren. Hier werden weitere Treffer zum Thema angezeigt, die entweder Zweifel unterstützen oder andernfalls durch seriöse Anbieter die Richtigkeit untermauern.

  • Was könnte die Absicht hinter einer Botschaft sein?

Könnte es sein, dass nur Emotionen entstehen sollen? Sollen diese Botschaften gar Panik und Angst schüren? Wer hat einen Vorteil? Habe ich etwas erfahren, das mir hilft? Verstehe ich einen Sachverhalt besser oder soll ich etwas Bestimmtes denken?

Es wird leider selten eindeutige Antworten auf die 4 Fragen geben. Es kann aber damit abgewogen werden, ob ich eine Nachricht als erfunden, unwahr oder verfälscht einstufe oder eben nicht. Ich entscheide über WhatsApp-Sprachnachrichten, You-Tube-Videos oder Facebook-Eintragungen. Daher unser Rat: Sobald Zweifel bestehen, verzichtet auf die Verbreitung von Nachrichten und Links. Besser noch, weist den Absender auf die vorhandenen Zweifel hin.

Viele herzliche Grüße, bleiben Sie/ bleibt gesund!

Annika Zimmer und Bernd Reinke

Schulsozialarbeit

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