Schülerinnen und Schüler der Friedegart-Belusa Gemeinschaftsschule in Büchen konfrontierten Landtagsabgeordnete mit kritischen Fragen zu Bildung und Bürokratie. Dabei zeigten sich sowohl Begeisterung als auch Ernüchterung. Ein LN-Gastbeitrag der Schülerinnen Josefine Bürger und Goda Nausedaite. 

 

Politikerinnen und Politiker sind oftmals wahre Meister darin, Fragen auszuweichen und stattdessen politische Gegner ins Visier zu nehmen, wie die Schülerinnen und Schüler der Friedegart-Belusa Gemeinschaftsschule in Büchen erleben durften. Am Montag, 16. Februar, besuchten drei Landtagsabgeordnete die Friedegart-Belusa-Gemeinschaftsschule: Oliver Brandt (Grüne), Martin Habersaat (SPD) und Rasmus Vöge (CDU). 

 

Von psychischer Gesundheit bis Bürokratie

Es war eine Veranstaltung der Initiative DialogP, ein Berliner Bildungsformat, das Schülerinnen und Schülern den Austausch mit Politikerinnen und Politikern ermöglichen soll. Die inhaltliche Vorbereitung erfolgte im Wirtschaft/Politik-Unterricht des 11. Jahrgangs. Ihre konkreten Fragen: Muss das Schulsystem verändert werden, um die psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern zu verbessern? Sollte es ein kostenloses ÖPNV-Ticket für Schülerinnen und Schüler geben? Muss die Beteiligung und Einbeziehung von Jugendlichen am politischen Geschehen verbessert werden? Kann der hohe Bürokratieaufwand in Schleswig-Holstein reduziert werden?

Nach einer kurzen Begrüßung gab es zum Einstieg ein Quiz, an dem sowohl Abgeordnete wie Schülerinnen und Schüler teilnahmen. Danach standen die Politiker an Gruppentischen jeweils zehn Schülerinnen und Schülern Frage und Antwort zu deren jeweils ausgewählten Themen. Alle 15 Minuten wechselten die Abgeordneten den Tisch. Nach den Diskussionen in Kleingruppen wurden die stärksten Argumente vorgestellt. Die Anwesenden stimmten mit roten und grünen Karten über die Argumente ab. Die Ergebnisse zeigten, dass viele Schülerinnen und Schüler mit den Meinungen der Abgeordneten übereinstimmten. 

 

Zwischen Begeisterung und Ernüchterung

„Es war informativ und spannend, mich mit Abgeordneten zu unterhalten, ob Ideen umsetzbar sind und mich mit anderen Sichtweisen auseinanderzusetzen“, sagte die Elft-Klässlerin Salome. „So bekamen wir einen Eindruck davon, wie politische Entscheidungen entstehen und wo Kompromisse nötig sind“, ergänzte Mitschülerin Lena Burmeister. 

Für Leonard war es eine ernüchternde Erfahrung: Für mich war es ein eindrückliches Beispiel dafür, wie gesellschaftliche und politische Spaltung entstehen kann. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die beteiligten Politikerinnen und Politiker kaum versucht haben, konstruktiv zusammenzuarbeiten, sondern stattdessen vor allem damit beschäftigt waren, die jeweils andere Seite schlechtzureden. Zudem wurden Fragen in den Diskussionen häufig umgangen oder nicht direkt beantwortet, stattdessen wich man immer wieder vom eigentlichen Thema ab.“ Für ihn schweiften Politiker von den gesetzten Themen ab, wichen Fragen aus und schossen stattdessen auf den politischen Gegner ein. Leonard würde sich mehr Dialog und Wertschätzung auch zwischen den Parteien wünschen. Ganz anders bewertete Grünen Abgeordneter Oliver Brandt den Austausch. Er sprach von einer „angenehmen Atmosphäre“ und betonte, wie wichtig solche Formate seien.

Herr Brandt (Grüne), Herr Tandecki (Schulleitung), Herr Habersaat (SPD), Frau Rodriguez (stellv. Schulleitung), Herr Andresen (WiPo-Lehrkraft), Herr Vöge (CDU).